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Montag, 18. November 2013

Not funny.

Muss auch ma sein. Vor allem in diesem Fall: 
toll gemacht, bewegend und leider (noch immer) sehr wahr.



Montag, 11. November 2013

Geknipst

Der Beweis: ich bin doch nicht der einzige Mensch, der die Frau im Trend liest. 
Saß doch neulich eine überzeugte Leserin vor mir im Zuch. Hab ich 'se mal heimlich geknipst.



Und in welcher Rubrik stöbert sie grad?! NA?!

Eat this!

Freitag, 27. April 2012

Gibtsjanich!

Gibtswohl! Der kleine Racker hier inner Mitte...



...aus der DDR-Erfolgsserie "Barfuß ins Bett", die ich mir neulich aus einer seltsamen Laune heraus mal ansah, dieser kleine Racker namens Robert also, hier isser noch mal allein...


...dieser Serien-Robert ist doch tatsächlich die kindliche Ausgabe dieses recht bekannten Roberts:


Richtig, das is Robert Huth. Wusst ich nich! Wusste das jemand? Ich nich. Sachen gibt's.

Mittwoch, 18. April 2012

Gezwitscher

Nu isses so weit: der Henning twittert. Und wer is dat Schuld, dat der Henning twittert? Der Haehnel. Ja, mein geschätzter Ex-Kollege liegt mir schon seit gut 3 Jahren damit in den Ohren, ich solle und müsse und überhaupt. Doch ich blieb sturköpfig wie eh und je und sagt Nein. Genau genommen sagte ich noch ganz andere Sachen, die im Endeffekt inhaltlich alle auf Nein hinausliefen, allerdings nicht so nett klangen. Am Wochenende nun witterte er eine einmalige Chance: Als ich ihn bat, mir so eine Art Baustellen-Startseite für meine geschäftliche Homepage zu basteln, was er dankenswerterweise auch stehenden Fußes tat, da mogelte er mir bei den Kontaktmöglichkeiten einfach die Twitter-Option unter, die ich natürlich ausfüllen musste, wollte ich die Seitenbesucher nicht ins Leere laufen lassen. Zack! schon saß ich in der Bretagne...Bordelaise...Bordüre, na im Schlamassel eben. Und dort sitz ich noch immer. Ich habe mich nun jedoch entschieden, dass Ganze mit Würde zu tragen. Es piepst, fiept und kräht nun also auch hier.

Freitag, 13. April 2012

Back dat!

Ha! Ich heut um 7 Uhr hochgeschnappt, ein leckeres Dinkelbrot gebacken und mich nebenher mit Uwe Schulz, dem Moderator der Morgensendung auf WDR2 per Mail über die korrekte Aussprache von "Isley Brothers" gekappelt. BÄÄÄMM! Freitag der 13.? NICHT MIT MIR!


Sieht geil aus, is auch geil. Astreines Dinkelbrot frisch ausm Ofen.

Samstag, 31. März 2012

Nachtgedanken

Die letzten zwei Stunden verbrachte ich mit dem Ringen um Schlaf. Prinzipiell war ich bereit, ich verspürte eine gewisse Müdigkeit, es gab ein Bett und spät genug war es eh. Allerdings wollte das mit dem Einschlafen nicht so recht gelingen. Also tat ich, was man so tut: ich wälzte mich von Links auf Rechts und wieder zurück. Und wieder auf Rechts und dann Links. Und so fort. Und während ich wälzte, dachte ich bei mir „Das ist das Gedankenkarussell, Stefan. Du musst es durchbrechen.“ Gut erkannt! Problem, Lösung, so bin ich. Und da man ja in so einem Gedankenkarussell all das Zeug mit sich führt, was einen schon tagsüber nicht loslässt, da dachte ich, ich denk doch einfach mal an etwas Neues, um das Karussell auszubremsen. Mir fiel ein, dass ich in diesem Frühjahr ja eigentlich auf dem Balkon einen kleinen Kräutergarten anlegen wollte. Diesmal wirklich! Also begann ich völlig unverkrampft zu überlegen, welche Kräuter ich wohl ganz gern hätte. Petersilie, klar, ein Muss. Rosmarin, immer! Basilikum, Oregano, Minze – lecki schmecki! Und während ich so gedanklich das Kräuterlexikon durchgehe, merke ich, dass das Karussell langsamer wird und ich auf dem besten Wege bin, in Bälde einzuschlummern. Ich war quasi auf der Zielgraden, an deren Ende mich Morpheus mit geöffneten Armen erwartete, um mich für ein paar Stunde in sein Reich zu entführen. Dass ich nun hier mit einer Tasse „Schlaf-gut-Tee“ im Anschlag auf der Couch sitze und schreibe beweist allerdings, dass ich kurz vor dem Ziel dann doch noch ins Straucheln gekommen bin. Der Grund ist recht simpel: nachdem ich mich mit mir selbst auf ein paar Kräuter geeinigt hatte, schoss mir in den Kopf: „Ich muss morgen Samen und Erde kaufen!“ Oh Gott. Jeder weiß, dass ein Gedanke, der mit „Du musst“ beginnt auf ein langsam austrudelndes Gedankenkarussell genauso wirkt wie der rote Knopf auf K.I.T.T. Zack! Schon saß ich rechtwinklig im Mondschein wie Bela Lugosi im Holzsarg. Doch anstatt nun der friedlich schlummernden Dame mein Fangzähne in den zarten Hals zu schlagen, entschied ich mich zum Rückzug aus dem Schlafgemach. Tschüss, Morpheus. Ich schau nachher nochmal vorbei.

Nun sitz ich also hier und muss mich doch nun endlich mal auch hochoffiziell über die Fehlentscheidung der Woche aufregen: Sat1 setzt Harald Schmidt ab. Nicht dass ich von diesem Ficksender jemals großartig was erwarten würde, aber so ein bisschen, so ein klitze-klitze-kleines bisschen Verstand hätte ich da schon vermutet. Dass Gottschalk im Ersten weiter senden darf, während Schmidt bei Sat1 rausfliegt, sagt wohl so ziemlich alles über den jeweiligen Sender, wenn nicht gar generell über öffentlich-rechtliches und privates Fernsehen in unserem schönen Land. Da haben wir auf der einen Seite einen Typen, der sich ausschließlich um sich selbst dreht, dessen Karrierehöhepunkt mit „Zwei Nasen tanken Super“ knapp 30 Jahre zurückliegt und der seitdem vor allem durch Humor-, Stil- und Belanglosigkeit auffällt. Auf der anderen Seite einen der unbestritten besten deutschen Kabarettisten, Kolumnisten und Entertainer, dessen souveräner, intelligenter und reflektierter Umgang mit Themen und Gesprächspartnern vergeblich seinesgleichen sucht. Dem Einen wird seit 2 Jahrzehnten der buntbehoste Arsch nachgetragen, der Andere findet keinen Sender, der begreift, dass man einen wie ihn nicht an Quoten misst. Wie las ich gestern irgendwo so schön: Einen Schmidt muss man sich leisten können. Bin mal gespannt, wo's nu hingeht. Bleibt ja eigentlich nur noch ZDFneo. Hauptsache auf Sendung. Damit so was wie am Donnerstag auch weiterhin passiert: Oli Dittrich war mal wieder zu Gast und mal wieder flogen Herrenwitze, Wortspiele und Albernheiten durchs Programm, dass es nur so eine Freude war. „Pinocchio war gestern beim Holznasen-Ohren-Arzt.“, hab ich direkt ins Herz geschlossen. Genau so wie: „Was sagt ein Rastafari, der nicht kifft zu einem Rastafari, der ständig kifft? Mach mal die Scheißmusik aus!“ Hehe...erzähl ich mir schon den ganzen Tag selbst. Is zwar zu bezweifeln, dass ich jetzt derart kichernd in den Schlaf finde, aber ich probier das mal. Morpheus, alte Hupe, ich komme!

Samstag, 24. März 2012

Tollerei am Beckenrand

Iiiiiiich war gestern zum ersten Mal in meinem Leben beim Osteopaten. Bei einer Osteopatin, um genau zu sein, denn das soll man ja. Osteopaten unterscheiden sich übrigens ganz wesentlich von Chiropraktikern, vor allem in der Aussprache. Doch vermutlich auch darüber hinaus. Sei's drum.

Es war nun nicht so, als hätte ich ein großartiges Leiden vorzuweisen, mal abgesehen von jenem unstillbarem Durst, der mich schon seit vielen Jahren plagt. Aber nachdem ich die Herzdame vor einigen Wochen eben zu einer Osteopathie-Sitzung begleiten und im Anschluss Zeuge ihre Wiederauferstehung werden durfte, da dachte ich mir: das probierst du auch mal.

Es ja so: unser Körper ist ja ein ziemlich gut durchdachtes Dingen. Da greift doch Einiges ineinander, nichts funktioniert nur so für sich, alles hat mit allem zu tun. Klar, is ja sogar bei 'ner doofen Maschine schon so: wenn da irgendwo links oben ein Zahnrad 'ne Macke hat, läuft's rechts unten auch nicht mehr rund. Warum sollte das denn beim Menschen anders sein? Weil er nicht aus Zahnrädern besteht, wird nun vermutlich jemand schlaumeiern. Streber.

Jedenfalls, wo war ich...achja, die Frau, also meine, wusste nach ihrer Sitzung unheimlich interessante Sachen zu berichten, und nicht nur sie, auch ein Freund hatte ähnlich faszinierende Erfahrungen mit der Osteopathie gemacht. Das will ich auch, das probierst du mal, dachte ich. Schon wieder.

Ich betrat also das muckelige Behandlungszimmer einer Praxis in Sprockhövel, einem kleinen Örtchen, welches so im Dunstkreis von Wuppertal liegt, was man aber zum Glück nicht merkt. Wie angewiesen machte mich frei bis auf Unterbuxe und Socken und nahm zunächst auf der Pritsche Platz. Die Heilerin, wie ich sie jetzt mal nenne, trat hinter mich und sah sich meinen Rücken an. Alsbald erklang ein nüchternes „Ahhhhja“. Hm. Nicht gut, dachte ich. „Mal nen schweren Auffahrunfall gehabt?“ Bitte? „Nein. Also nicht so schwer. Son bisschen angeditscht mal.“, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Mal was mit den Nieren gehabt?“ „Ömm...nein. Eigentlich auch nich.“ „Ahja, ahja...“, murmelt es hinter mir. Und weiter: „Rücken mal grade machen bitte.“ Ich machte den Rücken grade. Dachte ich zumindest. „Das ist alles?“, fragte die Heilerin. „Ämmm...ja?! Nicht grade?“, fragte ich verunsichert zurück. „Nicht so richtig.“, war die Antwort. Sie begann an meiner Wirbelsäule entlang herumzutasten. Und am Rücken und den Schultern und überhaupt. „Ja...also hier oben schaut schon mal eine Rippe raus.“ Watt?! „Schläft die rechte Hand manchmal ein?“ „Ja, kribbelt manchmal son büschn.“, sagte ich. Tat es tatsächlich. Wär's die linke gewesen, hätte ich mich schon lange mit Verdacht auf Herzinfarkt selbst eingewiesen. Aber die rechte, das konnte nur das PS3-Syndrom sein. Beim FIFA zocken neige ich nämlich zum Verkrampfen am Controller. Da kann man sich schon mal nen Nerv einklemmen. Während ich noch so vor mich hin sinne, bittet mich die Gute, mich rücklings auf die Bank zu legen. „Ach, da haben wir's ja: ein Narbe.“, meint sie fast fröhlich, „Blinddarm?“ „Leistenbruch.“, sage ich. Und dann beginnt sie, rund um die Narbe herum zu tasten. An dieser Stelle muss ich betonen, dass diese Narbe kaum sichtbar und demzufolge wunderschön ist. „Eine kosmetische Narbe. Da hat sich aber jemand viel Mühe gegeben.“ „Danke“, sage ich, als hätte ich mich seinerzeit selbst zugenäht.

„Also...es ist Folgendes...“, kündigt sie an, während sie nun von meiner rechten Schulter bis hinunter zum rechten Fuß alles mal abtastet. „Diese Narbe zieht ihren Dickdarm nach unten. Das Narbengewebe hat innen sozusagen am Dickdarm angedockt. Sehen sie...ich kann den Dickdarm nach unten bewegen, nach oben aber nicht, da ist er fest. Das sollte er nicht sein.“ In der Tat, das ließ sich fühlen. „Die Narbe zieht ihre rechte Seite runter, deshalb auch die Rippe da oben.“ Kuck an, dachte ich! Doch das war noch nicht alles. „Ihr Becken...“ „Ja?“, fragte ich ängstlich. „Ihr Becken ist ...soundso...und hier...und deswegen...keine großen Schritte...alles schief...ihre Wirbelsäule...schief...Beckenboden sollte so, macht aber so...Halswirbel muss...die Meniskus-Sehne ist eingeklemmt...ihre Füße leicht verdreht, auf beiden Seiten...und das liegt alles an der Narbe.“ Unfassbar! Diese kleine Narbe hatte also dafür gesorgt, dass mein ganzes Chassi verzogen war. Und zwar von rechts oben bis links unten. „Kriegen wir alles hin!“, hörte ich noch – und dann ging's auch schon los. Knick! „Das war der Meniskus.“ Knupp! „Das war das Fußgelenk. Und jetzt renken wir mal das Becken wieder ein.“ Achwas! Ich legte die Beine über Kreuz, verschränkte die Hände hinter meinem Hals, dreht mich auf die Seite, wie sie's mir auftrug. Nun wollte sie mich nach eigener Aussage zunächst „zusammen falten“. Das tat sie. Ruckzuck war ich in der Mitte geknifft. Dann stieg sie mit einem Bein durch meine Armbeuge, nahm meine linke Schulter und schob sie unter mein rechtes Knie. Meinen rechten Fuß drückte sie unter ihr Kinn, meinen linken Ellenbogen an mein Steißbein und meinen Kopf klemmte sie unter das Fensterbrett. Dann zog sie eine kleine Trommel aus der Schublade, setzte sich einen Zylinder auf, hob mich an und ließ mich aus 2 Metern Höhe fallen. KRAXXKNOPP! machte es an meiner linken Beckenseite. Ich wollte schreien, wusste aber nicht warum. Also ließ ich's bleiben. Es tat ja auch nicht weh, man weiß gar nicht...das sind Gefühle, wo man schwer beschrieben kann. Es klang deutlich unangenehmer, als es tatsächlich war. Zur Feier des Tages warf sie mich noch mal genau so auf die andere Seite. Nur ohne trommeln. Nun war mein Becken grade. „Nun ist ihr Becken grade“, bestätigte die Ringer...äh, Heilerin. „Wie lange war ich denn schon so schief?“, flüstere ich leicht erschöpft. „Mhh...nunja...das wird so 2 Jahre nach der OP angefangen haben.“ WIE BITTE? Die hatte ich mit 7! Das heißt, ich bin seit ca. 30 Jahren krumm und bucklig und im Grunde ein verzogenes Kind? Unfassbar. Sie erzählte mir noch mal ausführlich, wie das alles zusammenhängt, ich lauschte wissbegierig. Nebenher brach sie mir mein Sprunggelenk. Dachte ich zuerst. In Wahrheit brachte sie es wieder in Originalstellung. Knopp! machte es ziemlich plötzlich.

Dann waren noch Rückenwirbel zu richten. Der eine wollte nicht im Sitzen, also rollte sie mich zusammen wie ein Strandhandtuch, legte mich über ihre Knie, holte mit der Handkante aus und Knack! war der Wirbel gezähmt. Im Gegensatz zu einem handelsüblichen Arztbesuch, hat man bei der Osteopathie das unmittelbare Ergebnis: hört man beim 0815-Hausarzt hauptsächlich die Kasse der Pharmaindustrie klingeln, son isses beim Osteopaten das eigene Gebälk, dass wohlig knirscht. Sozusagen. „Einmal auf den Bauch legen bitte. Jetzt kommen die Halswirbel.“ Ich legte mich also auf den Bauch, den Kopf seitwärts gedreht. Sie nahm meinen Schädel an Kinn und Stirn zwischen ihre Hände und begann ihn zu drehen: „Sehen sie...hier geht’s nicht mehr weiter...nach oben ist dann da Schluss...und links da“ und während sie das erzählt und meinen Kopf in Stellung bringt, da denke ich: Ich ahne ja, was sie vorhaben, gute Frau, aber das kann unmöglich KRAAACK! Schon war mein Kopf einmal um die eigene Achse gedreht. Mein Gesicht war kurz hinten, ich bin sicher. Nun folgte die andere Seite. Wieder justierte sie meinen Hasenschädel, als mir plötzlich folgender Gedanke ins Hirn schoss: Wenn die will, kann sie mich jetzt töten. Und vermutlich gälte das noch als Arbeitsunfall. Doch bevor ich dem Gedanken weiter nachhängen konnte, macht es erneut KRAAACK! Ich seh kurz nach, ob ich Flügel hatte. Hab' ich nicht, ich bin am Leben. Juhu! Nachdem nun das Gerüst einigermaßen geordnet war, fühlt sie mal alle Organe ab. Ums Herz herum spürt sie etwas Stress, meine Leber steht mir ganz famos, und meinen narbenfixierten Dickdarm drückt sie die kommenden 15 Minuten wieder an die rechte Stelle. Dann stellt sie sich noch hinter mich und stemmt ihre Hände auf meine Brust. Fest. Fester! Noch fester! Sie setzt sich auf mich. Sie ruft nach der Sprechstundenhilfe, die eine Waschmaschine in den Raum zerrt. Gemeinsam heben sie diese auf meine Brust. Sie nehmen einen Stuhl und stellen ihn auf die Maschine. Die Sprechstundenhilfe klettert auf den Stuhl, die Heilerin reicht ihr noch einen Blumenkübel von der Fensterbank und stellt auf Schleudern bei 1250 Umdrehungen. Als ich wieder zu mir komme sind meine Brustwirbel easy am Chillen. „So, fertig! Das sieht doch wieder blendend aus.“, frohlockt die Heilerin. Und auch ich bin fröhlich. Klar, wenn man mal so grundsätzlich genullt wird, das is schon was Feines. „Wann soll ich wiederkommen?“, frage ich vorfreudig. „Schau'n sie doch im Herbst mal wieder vorbei.“ Im Herbst erst?! Mist. Ich glaub, ich bin gesund.

Donnerstag, 8. März 2012

Mein Karnevalstagebuch 2012

 Tag 2, Samstag, 18. Februar

Freitag war Pause. Musste! Wer mir das zum Vorwurf macht, der hat ja keine Ahnung. Ich verbracht den Tag vor allem schräg auf der Couch liegend, „Shameless“ kiekend und mit der Analyse, warum Georg Schramm Bundespräsident werden sollte, wenn nicht gar muss. Er wird's wohl nicht. Schade. 
Wie auch immer: Samstag um 15 Uhr ging's weiter mit Karneval. Schon recht schwungvoll inner Wiese (Gottes Grüne Wiese, Stammkneipe) mit dem Knaller Nürnberg-Köln. War natürlich nur mit steter Kölschzufuhr zu ertragen. Zunächst mit am Stacht: Partyboy2008, Slash und der Sauerlandproll.

"Sacht eine Arschbacke zur andern: Im Flur stinkt's!"

Schnell gerieten wir in der Wiese in den Bannkreis eines Fußballfans aus Rostock, für den einen Tag später ein Auswärtsspiel in Aachen anstand und der tags zuvor auf einer Hochzeit in Köln weilte - wo er fleißig Fotos geschossen hatte. Diese belegten eindeutig: Die Braut war als Bräutigam verkleidet, der Bräutigam als Braut, Trauzeugen waren der Papst und ein Kamel. Ein reizendes Bild! Was soll bei dieser Ehe schief gehen, frage ich. Der Typ wusste allerlei amüsante Geschichten zu erzählen, so zum Beispiel, wie er seinerzeit größere Mengen Alkohol nach Syrien geschmuggelt hat. Oder wie er sich Narben am Gesäß zuzog, als er mal wieder nackt Bengalos schwingend am Stadionzaun hing. Obwohl der Effzeh wiederholt alles dafür tat, wurde es uns also nicht langweilig. 

"Das hat mit Fußball nichts zu tuuuun! Das hat mit Fußball,
das hat mit Fußball, das hat mit Fußball nicht zu tuuuuuun!" 

Nach 12 Kölsch war das Spiel endlich aus. Also ab zum Thai-Food-Meister, kurz Happa inhaliert, dann zum sogenannten Topspiel in den selbstverständlich karnevalistisch dröhnenden „Goldenen Schuss“, wo Fußball zur Nebensache geriet, was dem Spiel allerdings recht geschah. (Freiburg-Bayern). Wären Seepferdchen nicht so sanftmütig, ich hätte mich tierisch aufgeregt über die Darbietung meines Wahlvereins. So aber war irgendwann eh alles egal. Also nach dem Spiel ab in die nächste Kneipe. Auf dem Weg dorthin in einem Büdchen jemanden getroffen, der behauptete, als Kind bei der Mini Playback Show den Michael Jackson gegeben zu haben. Bzw., so stellte sich heraus, einen anderen Jackson der 5 Jackson Jungs. Er zeigte uns seine Moves! Applaus! Das Büdchen stand Kopf! Gelernt ist eben gelernt. Allerdings wurde er schnell traurig, da er uns gestand, dass ihn seine Cousins damals nur im Hintergrund tanzen ließen. Bitter. Nach eins, zwei Schnaps ging's ihm aber schon besser.


"Kuck mal, ein Drache!" - "Gelber Drache oder was?! Verpiss dich!"


Was kam danach? Man weiß es gar nicht so genau. Zunächst eine laaaaaaange Schlange vorm Qlosterstüffje, dem nächsten auserkorenen Ziel. Der Ossi an sich hat mit so was ja grundsätzlich kein Problem, wenn allerdings der Durst drückt, wird auch er ungemütlich. Also zur Überbrückung fix in eine medium gefüllte Aushilfskneipe nebenan. Nun mit im Trupp: eine Souldiva. Mit Mikrofonattrappe. In welche natürlich UNENTWEGT hinein gesungen und gesprochen wurde. Von allen und jedem. Nachdem die Aushilfskneipe abgerockt war, drangen wir dann doch ins Stüffje vor. Zack! Direkt erstma Getränkebons fürn Fuffi geordert und ab ging die wilde Fahrt! Mitten ins Getümmel. Es wurde getrunken, getanzt und natürlich viel interviewt.


"Ein Seepferdchen! Du hast es gut, du darfst auf beide Klos,
 Männer und Frauen."


Tja...und irgendwann, muss so gegen 1 Uhr gewesen sein, waren die Bons weggesoffen. HUNGER! Also mit schon reichlich Schwung die Straße runter zum Imbisseinwurf. Lecker und wichtig. Und um die ganze Sache rund zu machen, sollte es auf ein Scheidepils noch mal die Wiese werden. Mein Gott, da wurde ich dann auch langsam müde. Partyboy2008 hat den Kanal voll, Slash und die Diva gaben ihr Bestes und auch das Seepferdchen hielt sich tapfer noch so 1-2 Stündchen feucht. Dann war aber gut, ich schwamm heim und fiel in Ohnmacht. Als ich irgendwann erwachte, brannte mein Hals, als hätte ich mit Essigreiniger gegurgelt. Kommt ja schon mal vor. Erster Verdacht: schlicht den Rachen wundgesoffen. Zweiter Verdacht: Erkältung, Scheiße. Kein Wunder eigentlich, wenn man den ganzen Abend an einem Mikro lutscht, an welchem halb Köln seine blöden Keime platzieren darf. Jedenfalls...das war's dann mit Karneval! Abends kamen die Kopfschmerzen, Montag der Rotz und Dienstag die Schwäche. Schöne Scheiße. Noch nicht mal zum Nubbel konnte ich mich schleppen.

„Ein Seepferdchen! Wie süß! Dich nehm ich mit nach Haus!“ 

Fazit: 2 Tage Karneval sind natürlich viel zu wenig. War und bin noch immer echt betrübt. Kostüm funktionierte aber! Hat sich gelohnt, der Aufwand. Alleinstellung, ganz klar. Und immer wieder wollten mich Damen mit nach Hause nehmen. Was mich allerdings stutzig macht: die Damen waren allesamt jenseits der 50. Gerieten schier außer Rand und Band, die Ladys. Da schlummert doch in einer ganzen Generation von Frauen was! War denn in den 60er/70er was mit Seepferdchen? Gab's da nen Hype? So wie jetzt um Edward oder den Biber-Jungen? Hmm, im nächsten Jahr werd ich der Sache weiter auf den Grund gehen. Ahoi!

"Wie heißt der Bruder von Elvis? Zwölvis."


Rocking Seahorse.


Freitag, 17. Februar 2012

Mein Karnevalstagebuch 2012

Tag 1, Donnerstag, 16. Februar

Na das fängt ja gut an...
Gestern also. Nach einem großzügigen Frühstück wackelte ich los und traf zunächst auf meine Ex-Kollegen Äxl und ManU. Die Beiden waren als Matrosen unterwegs, was thematisch irgendwie recht gut zu meinem Kostüm passte, denn so seh ich dieses Jahr aus:

Ich, das Seepferdchen

Um 11:35 wurde also zur ersten Kanne gegriffen, gegen 0 Uhr leerte ich das letzte Glas. Das war dann aber auch schon gar nicht mehr so richtig lecker. Zwischen dem ersten und letzten Getränk wogten wir durch die Stadt. Wir begannen bei einer muckeligen Pachtie in einer Agentur, wo sich unter anderem Slash, 4711 und Popeye vergnügten. Süß.

Etwa 8 Kölsch später ging's weiter zum BungaBunga bei der Ergo-Versicherung. Jetzt auch mit dabei: ANNETTEDUPENNER, Betzinho und Zeremonienmeister Schappi. War ne reine Betriebsfeier. Um dort reinzukommen, musste wir alle Namen tatsächlicher, jedoch nicht anwesender Mitarbeiter tragen. Ich hieß Murat und war Außendienstler aus Bayern. Irgendwie kam man uns aber recht schnell auf die Schliche, diese Versicherungsheinis haben ja ein Näschen für Betrüger. Vielleicht war mein ständiges "Hallo! Ich bin Murat aus Bayern!" auch ein wenig zu offensiv. Nunja, nachdem wir uns einen Teil unsere Versicherungsbeiträge wieder zurückgesoffen hatten ging's raus auf die Stroß. 

Genauer in die Kölschbar. Da hat mich dann mein Handy verlassen. Es hat ja immer mal so ein paar Mätzchen in letzter Zeit. So is zum einen die Leerzeichentaste kaputt. Zum anderen kann ich nicht auflegen. Wenn ich also jemanden anrufe, der aber nich rangeht, und stattdessen startet die Mailbox, ist es mir nicht möglich, diesen Prozess auf herkömmliche Art zu beenden. Nein, ich muss mein Handy komplett ausschalten. So tat ich's auch gestern. Nach dem Neustart wollte mein Handy allerdings sofocht den PUK. Nun hab ich den äußerst selten bei mir, so auch gestern nicht. Ergebnis: ab diesem Zeitpunkt war ich nicht mehr erreichbar. Und natürlich hatte ich keine einzige Telefonnummer im Kopf. Ich dabei wollte ich mich doch noch mit so vielen Leuten zusammentelefonieren. Damit war's nun Essig. Ich beschloss, das Gefühl der Machtlosigkeit mit Alkohol zu betäuben.

Wir wackelten also weiter, und ich weiß auch gar nicht mehr so genau, wann wir wo waren. Auf jeden Fall ging's ins Päff, da wurde getanzt. Danach wollten wir gezielt irgendwohin, keine Ahnung, is auch egal, denn wir kamen ja nicht an. Unser Plan erfuhr eine Änderung, als wir in der Commerzbank (?) auf eine Gruppe männlicher Babys (?) trafen, mit denen wir dann einfach umher zogen. ...Gott...ICH WEIß NICHTS MEHR! Meine Güte. Das is alles sehr wacklig rekonstruiert hier. Am Ende waren wir jedenfalls im Stadtgarten und tranken Schnaps. Schnaps ist immer eine gute Idee. Besonders gut nach 12 Stunden Kölschdusche. Großartig. Als ich merkte, dass mein Zunge mir nicht mehr recht gehorchen wollte, entschied ich mich für den Heimweg. Das war gut und richtig und wichtig und auch sehr schlau von mir. Man is ja Profi. Und man hat ja auch noch einiges vor sich. ALAAF!!!



Montag, 13. Februar 2012

Gruß!

Ich habe mir für dieses Jahr nicht sooo viel vorgenommen. Hauptsächlich: ich will viel öfter "Fick dich!" sagen. Läuft gut bisher.

Mein erstes Blog-"Fick dich!"-2012 geht an alle beschissenen Bumms-Rummel-Autoscooter-Billigheimer-Eurodance-R'n'B-Autotune-Chart-Musikproduzenten, die ihren seelenlosen Scheiß ohne Unterlass auf den Markt kippen. Dieser Gruß richtet sich auch an alle "Künstler", die sich dafür mal schön von hinten nehmen lassen. Und selbstverständlich auch an die Millionen und Abermillionen Affen, die sich den Dreck als Klingelton runterladen. Fickt euch alle!

Zur Untermauerung meines Grußes ein echtes Stück Musik. Wem das bei angemessener Laustärke nicht in die Glieder fährt, der hat keinen Sex.


Freitag, 10. Februar 2012

Verzollt und zugenäht!

Hab heut mein Karnevalskostüm 2012 vom Zollamt Köln abgeholt. (In diesem Zusammenhang liebe Grüße an Ali Bluback Affekopp!) Jedenfalls...ich also beim Zoll. Warum? Nun, ich über eine Kontaktperson ein Kostüm aus USA organisiert. Die KP kaufte das Ding bei amazon.com und litt...lud...leitete sie quasi direkt an mich weiter, weil sonst wär's nich mehr rechtzeitig hier. Mitte der Woche dann ein Brief vom Zoll: Päckchen kann nicht zugestellt werden, weil keine Rechnung außen dran. Ich also zum Telefon gegriffen:

Ich: Guten Tag! Stefan Henning mein Name. Ich hätte da mal ne Frage zu einer Sendung.
Zollbeamte: Jo.
Ich: Ich habe einen Brief von ihnen bekommen, dass bei ihnen ein Päckchen für mich liegt und ich die Rechnung für den Inhalt vorlegen muss, um es ausgehändigt zu bekommen.
Zollbeamte: Jo, die brauchen wir.
Ich: Ja. Ich hab die aber nicht.
Zollbeamte: Das ist schlecht. Wer hat die denn?
Ich: Die ist im Paket.
Zollbeamte: Wer steckt denn die da rein? Bei solchen Warensendungen aus USA muss die IMMER draußen dran.
Ich: Ja, das wusste der Versender nicht.
Zollbeamte: Jo. Und nun?
Ich: Ja, was machen wir denn da?
Zollbeamte: Ich brauch die Rechnung, sonst kann ich ihnen die Sendung nicht aushändigen.
Ich: Ja, so weit ist das klar. Dann komm ich vorbei und sie öffnen das Päckchen, denn die Rechnung is ja da drin.
Zollbeamte: Das darf ich nicht!
Ich: Gut, dann komm' ich vorbei und öffne selbst das Paket.
Zollbeamte: Das dürfen sie nicht!
Ich: Bitte?
Zollbeamte: Ich darf es ihnen ja nicht aushändigen. Also können sie es ja auch nicht öffnen.
Ich: Da ist was dran. Und nun?
Zollbeamte: Sie brauchen die Rechnung.
Ich: Sonst?
Zollbeamte: Sonst geht die Sendung erst nach Leipzig und dann zurück zum Empfänger.
Ich: Das wäre ja blöd.
Zollbeamte: Schon.
Ich: Das wäre total blöd, weil, da is nämlich mein Karnevalskostüm drin, wissen sie...
Zollbeamte: Ach! Ja...ja das geht ja dann nicht. Das brauchen sie ja nächste Woche! Dann kommse mal vorbei und wir machen das schon irgendwie.
Ich: Super! Dann mach ich das! Danke!
Zollbeamte:  Bitte. Ausweis nicht vergessen.
Ich: Nie!
Zollbeamte: Jaja. Den brauch ich aber wirklich!
Ich: Ja! Tschüss!!!

Hach...dat es Kölle!

Donnerstag, 2. Februar 2012

Die Vögel

Frisch draußen! Die Eiseskälte hat Deutschland fest im Griff. Und das Böse kommt, mal wieder, aus dem Osten. Jedenfalls sagten sie heute im Radio, die Vögel würden sich nun auf den Weg in den Süden machen. Da frag ich mich: Hatten die das überhaupt noch auf dem Zettel? Oder dachten die, so wie ich, dass sie den Winter mal schön bei 12°C aussitzen und sich auf den baldigen Frühling freuen können? Und nun sind sie genauso überrascht. Ich stell mir die Diskussion wie folgt vor.

Donnerstagmittag, Herr Kuckuck hat es sich mit einer Zeitung auf der Couch gemütlich gemacht, als plötzlich seine Frau aus der Küche ins Zimmer gestürzt kommt.

„Lutz! Wir müssen weg!“ 
„Huuaah! Mein Gott, erschreck mich doch nicht so! Was ist denn nur los?“
„Tut mir leid, aber es ist dringend: wir müssen weg!“
„Was? Wohin denn?"
„Na in den Süden!“
„Das ist jetzt nicht dein Ernst...“
„Doch, ich hab grad mit meiner Mutter telefoniert. Sie packt schon!"
„Ach Anneliese, deine Mutter schiebt doch nur wieder Panik. Die stand letztes Jahr im August mit Koffern vor unserer Tür, weil sie „so ein Gefühl“ hatte, vielleicht erinnerst du dich."
„Ja...ich weiß ja. Sie ist manchmal komisch. Aber diesmal ist es anders. Im Radio haben sie's auch gesagt. Die Singdrosseln sind schon los!“
„Diese Spießer. Dabei müssen die noch nicht mal so weit.“
„Lutz, das ist kein Spaß, der Winter ist da.“ 
"Aber warum denn jetzt noch?! Ich mein, was haben wir jetzt? Schau auf den Kalender und sag's mir. Bitte.“
„Heute ist der 2.Februar.“
„Richtig. Der 2.Februar. Was sollen wir denn jetzt noch los? Jetzt in dieses Afrika hetzen und in 6 Wochen wieder zurück. Das lohnt sich doch gar nicht!“
„Lutz, es ist ja nicht so, dass ich hier unbedingt meinen Willen durchsetzen will...“
„Ach nein?!“
„Nein. Wenn's kalt wird, fliegen wir in den Süden. Das ist die Natur.“
„Ach immer diese scheiß Natur! Heut dies, morgen das und übermorgen was anderes. ICH KÖNNT MICH AUFREGEN, könnt ich mich.“
„Ich weiß ja, mein Lutzihase. Aber es hilft ja alles nichts. Komm schon, du holst die Koffer vom Dachboden und ich....“
„Nein.“
„Wie nein?“
„Nein, vergiss es. Ich mach das nicht mit. Ich bleib hier.“
„Was? Das...das geht nicht! Tu mir das nicht an!“
„Anneliese, ehrlich, ich hab keine Lust. 4000 Kilometer fliegen! Ich überhaupt nicht in Form! Kuck mal, mein Bauch! Und so kalt ist es doch gar nicht. Der Kühlschrank ist voll, das Bier reicht locker bis Mai – ich bleibe.“
„Nein...tu mir das nich an, Lutz...nicht du auch noch...“
„Ich weiß ja, was mit Sven passiert ist. Aber ich pass auf, versprochen!“
„DAS HAT ER AUCH GESAGT! Und dann war er tot!“
„Dein Bruder hat sich mit acht Meisenknödeln in ein Vogelhäuschen eingeschlossen und sie an zwei Tagen aufgefressen. Er ist geplatzt, Anneliese! Sie mussten ihn mit einer Laubsäge rausschneiden, herrijee!“
„...und alles nur, weil er zu faul war...er fehlt mir so!“
„Jetzt weine doch nicht, mein Liebling...“
„.Du musst mitkommen, Lutz. Ich steh das nicht noch mal durch. ich flehe dich an!“
„Okayokay, is ja gut. Dann fliegen wir eben...“
„Wirklich? Oh danke, du bist ein Schatz! Ich ruf gleich Mutter an, ob sie uns morgen abholen können.“ 
„Moooooment! Wir fliegen mit DEINEN Eltern?“
„Ja? Wieso denn nicht?“
„Weil wir letztes Jahr mit deiner Familie geflogen sind. Du weißt doch noch, was letztes Jahr passiert ist?“
„Ach so, das. Na sooo schlimm war das doch nun auch nicht.“
„Wir waren schon über Helsinki, Anneliese. Hätte ich nicht zufällig auf die Uhr geschaut, wir wären alle irgendwo über dem Arktischen Ozean erfroren!“
„Opa sieht halt nicht mehr so gut.“
„Sieht nicht gut, sieht nicht gut. ER HÄTTE UNS BEINAH UMGEBRACHT! Und warum? Weil sich niemand traut, ihm zu sagen, dass sein innerer Kompass seit Jahren kaputt ist."
„Mutti sagt, diesmal fliegt Vati vor.“
„Hinter dem wird mir immer schlecht.“
„Naja, er hat halt diesen krummen Flügel.“
„Das Schlingern ist eigentlich weniger das Problem. Er furzt nur in einer Tour. Und findet das auch noch witzig.“
„Jetzt hör aber auf zu meckern! Du solltest ganz still sein bei deiner Familie!"
„Zumindest findet die auf den richtigen Kontinent.“
„Klar, wenn sie nicht grad hinter Gittern hockt...“
„Das ist jetzt aber unfair, Anneliese, und das weißt du. Bernd hatte den Ring nicht gestohlen. Seine Ex, diese miese Taube, wollte ihm aus Rache einen reinwürgen. Hat ja auch gut geklappt.“
„Bernd ist ein widerlicher Typ! Fliegt immer extra dicht auf. Ich fühl mich gar nicht wohl vor ihm.“
„Bernd kommt gar nicht mit.“
„Wie?“
„Na, er hat letztes Mal schon gesagt, dass er nicht mehr nach Afrika fliegt. Der ist jetzt Teilzieher.“
„Ach? Und das geht so einfach oder wie?“
„Offenbar. Er hat sich ja jetzt dieses Rotkehlchen geangelt. Die Zwei fliegen höchstens bis Spanien. Aber wahrscheinlich bleiben sie schön gemütlich hier – und vögeln.“
„Hihi...du bringst mich zum Lachen, Lutz.“
„Siehst du, so gefällst du mir gleich viel besser. Also komm, leg die Sachen raus, ich ruf meine Eltern an.“
„Ja, mein Schatz. Ein bisschen freu ich mich auch auf Afrika, weißt du? Wir waren schon so lange nicht mehr weg.“
„Ja gut, aber dafür kann ich ja nichts. Es ist ja nicht so, dass ich da meinen Willen durchsetzen will. Wenn es nicht kalt ist, bleiben wir schön daheim. Das ist die Natur.“