Donnerstag, 23. Mai 2013

Geknipst

Lex Luthers feuchter Traum






First World Dumbass


Okay. Es gibt gute Werbung und schlechte Werbung. 
Und dann gibt's noch zynischen Dreckmist auf Stammtischniveau.



Aufschrei


Jagut, das ist kein besonders gelungener Schnappschuss, geb ich zu. Das liegt daran, dass mich son Vollhonk angerempelt hat, als ich jüngst in der Bahn dieses Werbetäfelchen der Kölner Verkehrsbetriebe fotografierte. Aber es MUSS hier rein. Ich erklär's mal kurz: Das Motiv zeigt eine junge Dame und im Hintergrund einen jungen Mann. Der Text zum Bild (unten links) lautet: HandyTickets - Einfacher als Männer. So weit, so schlecht. FREUNDE! Wenn man schon mit Klischees spielt, dann doch bitte auch mit den richtigen! Ächz. Oder um es mit der Krabbe aus Arielle zu sagen: Ich bin umgeben von Amateuren!

Jedenfalls regt mich dieser hingeschissene Unsinn schon seit Monaten auf. Wie erfreut war ich doch zu sehen, dass es nicht nur mir so geht: klebt da doch jemand seine und meine Meinung formschön auf das Ärgernis. Sexistische Kackscheisse Hach! Die Welt ist doch noch nicht komplett verblödet.

Montag, 13. Mai 2013

Geknipst

Man kommt ja kaum noch zum Schreiben, also muss man andere für sich sprechen lassen. Auch wenn das selten gut endet.

Wie man z.B. hier sieht:

Ob die auch Siegenmilch haben?

Und hier:


Möchte jemand die Sexyness dieses Herren bestätigen? Vielleicht jemand, der 20-30 Jahre eingefroren war?

Oder hier:


Ich würde nur zu gern glauben, dass der Inhaber dieses Salons Harald Rey heißt. Ich befürchte allerdings...

Donnerstag, 11. April 2013

Dienstag, 26. Februar 2013

Zitat des Tages

"Die Ösis haben Haneke und Waltz, wir Schweighöfer und Schweiger – das ist der Unterschied zwischen OSCAR und Ohgott."

Samstag, 16. Februar 2013

Geknipst

Nomen est Omen

Familienkrach, Episode 4


Heute: Die Stimmung zwischen Zahnarzt und Zahnarztfrau ist reichlich belegt.

Sie so: „Du notgeiler Putzerfisch hast heute wieder mit der weißplombierten Sprechstundenhilfe geflirtet!“ - Er: „Komm, mach mir hier keine Zähne.“ Sie: „Aber ganz Gebiss mach ich das! Du willst der doch nur den unteren 4er verkronen!“ - Er: „Bohr, du nervst!“ - Sie:„Das kann ja wohl nicht Zahnstein! Ich verlasse dich, Pasta!“

Büdchenweisheiten

Folgende Unterhaltung fand soeben im Zuge des Zeitungserwerbs im "1.FC Kiosk" zwischen mir und meinem Lieblings-Büdchenchef statt.

Ich: Morgen!

Er: Morge, mein Freund! Wie geht?

Ich: Och...büschn krank.

Er: Wieso du krank?!

Ich: Karneval.

Er: Karneval nix gut!

Ich: Naja...

Er: Nix machen Karneval. Du mehr Liebe!

Mittwoch, 13. Februar 2013

Mein Karnevalsrückblick 2013, Teil 1

Die Idee, in diesem Jahr ein Karnevalstagebuch zu führen, schob ich ungefähr so fix seibeite wie man „Kölle Alaaf“ sagen kann. Hat die Erfahrung mich doch gelehrt, dass es ziemlich schwierig ist etwas zu schreiben, wenn man die Hände voller Biergläser hat. Außerdem weiß man ja auch gar nicht, an welchem Tag man mal wieder daheim ist und ob überhaupt jemals. Nun, zumindest das hat geklappt. Deshalb nun hier mein Karnevalsrückblick 2013

Donnerstag, 7.Februar


Der Spaß begann pünktlich um 10 Uhr mit dem Eintreffen von Seekadett Christoph zu einem hastig eingeworfenen Frühstück. Um 10:30 stand nämlich schon der nächste Termin an: der Obermaat aus Düsseldorf sollte am Bahnhof in Empfang genommen werden. Ich selbst war wieder als Seepferdchen unterwegs. Das Kostüm konnte ich im letzten Jahr nur zu zwei Terminen tragen, einer davon geschäftlich, womit es noch nicht einmal richtig eingeritten war. Das sollte sich schleunigst ändern.

Zur Erinnerung: so seh ich aus, ein Kind gefangen im Körper eines Seepferdchens.


Zu dritt machten wir uns auf die Reise in die Südstadt, wo Leichtmatrose Äxl zu einem offiziellen Karnevalsbrunch geladen hatte. In der Stadt war natürlich schon längst die Hölle los, und so genossen wir Bahn fahrend die laute Ruhe vor dem scheppernden Sturm. Überraschenderweise waren wir uns um 10:49 noch alle sehr einig, dass es diesmal keinen Schnaps geben würde. Nein. Niemals. Auf keinen Fall würde es Schnaps geben, denn Schnaps, das wissen viele, ist ein schleichendes Gift. Und er wirkt auf lodernden Bierdurst wie Brandbeschleuniger. Nein, heute nicht. Um ca.11:36 fragte Christoph zum ersten Mal, ob wir denn nicht einen Schnaps trinken sollten. Ich warf ihm ein Hackbrötchen ins Gesicht und trank weiter Bier. Der Äxl-Brunch war kolossal ausgestattet und wartete neben feierbiestigen Gästen auch mit Speisen und Getränke verschiedenste Couleur auf. Binnen kürzester Zeit waren alle ausgesprochen fröhlich, die Musik dröhnte, der Balkon wackelte, das Küchenparkett wurde betanzt. So verging die Zeit wie im Fluge! Es muss irgendwas gegen 15 Uhr gewesen sein, als nun auch dem Letzten das Twistbein juckte. Also hinaus und mit Schwung in die hohen Wogen des Karnevals geworfen!



Mit der ersten Woge schlugen wir hart auf dem Chlodwigplatz auf, wo sich mit uns ungefähr 8.000 Menschen versammelt hatten. Oder so. Es lief ein prächtiger Zoch, es wurde getrommelt, getanzt und langsam frisch. Als sich allmählich die Frage durchsetzte, in welchen Laden wir denn nun alle gehen würden, waren von ursprünglich 15 Personen gerade noch 6 übrig. Dann ging noch einer Pipi, einer wollte was essen, der nächste verschwand unter einer Nonne – und zack! Obermaat, Seekadett und -pferdchen waren auf sich allein gestellt. Zum Glück konnten wir mit solchen Situationen schon immer gut umgehen. Lass die Südstadt Südstadt sein, sagten wir uns, wir ziehen ins Belgische Viertel! Und ab.



Plötzlich wurde es dunkel. Kann ja eigentlich gar nicht so gewesen sein, irgendwo fehlen mir so 2-3 Stündchen. Soooo lange dauert ne Bahnfahrt von der Südstadt zur Zülpe nun auch nicht. Hm, hm, hm. Also gut, dann war es eben nicht dunkel, als wir vor der Roonburg eintrafen, in welcher der Seekadett eine Rudel ihm persönlich bekannter feierwütige Damen vermutete, mit denen er per modernster Telekommunikation zuvor Kontakt gepflegt hatte. Zum Glück kamen wir aber gar nicht hinein. Also in die Roonburg. Denn wie jeder weiß, der schon mal in Köln gefeiert hat: da soll man gar nicht rein. Es sei denn, man ist nicht älter als 19 oder so betrunken, dass man sich wie mit 14 benimmt. Dies war nun bei keinem von uns der Fall. Wieder entschieden wir kurzerhand um und richtig: wir gingen in die Kölschbar. Und ab jetzt wird’s schwierig. Denn so richtig doll erinnern tu ich mich gar nicht mehr. Doch! Jetzt wieder! Also Kölschbar. Voll wie die Sau, also der Laden, wir noch nicht. Mehrfach musste ich mich dort als „gelber Elefant“ ansprechen lassen. Ein GELBER Elefant! Menschen! Lieber glauben sie an etwas komplett Absurdes, anstatt der Realität in die kugeligen Augen zu blicken. Wir tranken, tanzten und tranken. Währenddessen schallten aus dem Herrenklo Sprechchöre „Lasst den Tiger kacken!“. Manchmal möchte man gar nicht alles wissen.

Nach einiger Zeit, in der mein Handy traditionell den Dienst versagt hatte, trafen mein Hoppsterhasi und Daniel, der alte Rocker ein. Und dann ging das weiter.

Icke, Obermaat, Seekadett und der Metaller in der Kölschbar. Hasi hinter der Kamera. (Irgendwas is da mit meinem Daumen. Und mit meinem Blick. Muss irgendwas in die Augen bekommen haben. Achja, ungefähr 18 Kölsch. So Pi mal Daumen.)
Zwischendurch gab's ne Pizza um die Ecke inkl. heftiger Diskussion um den Sinn des Lebens, den ich zu diesem Augenblick in einem mit Schafskäse und Rucola belegten Teigfladen zu finden glaubte, während andere was von Freiheit und Liebe faselten. Tsssss...Und dann ging das schon wieder weiter! Natürlich auch mit Schnaps, war ja klar. Man ist so doof. Gott, ist man doof. 

Da ist das Hasi! Vor Freude werde ich ohnmächtig.



It must be love, love, love!

Als jede Ecke der Kölschbar gründlichst abgefeiert war, zog es uns ums Eck in den Pegel. Dort war es auch so schön! Mein Gott, ist das alles immer schön. Kölsche Lieder, Wunderkerzen und eine vollbesetzte Kneipe im emotionalen Taumel. Hach! Seltsamerweise hatten wir auch danach noch immer Durst. Wie spät das war? Man weiß das nicht. Jedenfalls zu früh, um heimzugehen. Oder zu spät. Das heißt, der Obermaat aus Düsseldorf musste nun den Heimathafen ansteuern, da am nächsten Tag Arbeit anstand. 

Der Düsseldorfer Obermaat stürzt sich auf die Ohren meines Hoppsters.
Wir verabschiedeten ihn mit lautem Hallali und zogen weiter ins Stammlokal: Gottes Grüne Wiese. Die können nämlich nicht nur Fußball.


Manchmal frag ich mich, ob ständiger und anhaltender Durst eher Segen oder Fluch ist. Zumindest ist Karneval ein Segen für den ewig Durstigen. Und so gab das auch in der Wiese noch ein paar Kölsch zu feiner Musik. Seekadett Christoph betonte im Abstand von 10 Minuten, dass er nun doch bald nach Hause wolle, wir ließen ihn aber nicht. Ich verfiel auf eine alte List: Maracujasaftschorle! Maracujasaftschorle fließt direkt aus einer Quelle im Paradies, ich bin sicher. Ein Glas davon nach stundenlangem Dauerbeschuss und man springt „Attacke! Bier!“ rufend aus dem Schützengraben. Für gewöhnlich. Diesmal war es mehr der friedvolle Abschluss einen wunderbaren Tages. So gegen 1 Uhr und nach knapp 14 Stunden aufm Bock lag ich im Bett. Oder war's 2? Wurst, Zeit wurde es, denn der nächste Termin stand ja schon: Freitag, 19 Uhr, Kölschtreff am Hauptbahnhof. Oha.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Sandra, Jack Sparrow und der Heizkessel


Pünktlich zu Karneval erfreut die Frau im Trend, das Fachmagazin für junggebliebene Damen, mit einer jecken Lovestory. Darin dreht sich alles um die Reiseverkehrskauffrau Sandra (38) und ihre letztjährigen Erlebnisse im frohsinnigen Köln. Ihre Geschichte beginnt so:

Natürlich herrschte bei uns im Reisebüro Ausnahmezustand. An Weiberfastnacht wurde ab 11:11 Uhr nicht mehr gearbeitet. 
Nun, wenn man mich fragt: großartig nach Arbeit sieht das in Reisebüros eigentlich nie aus. Billige Flüge und überteuerte 3-Sterne-Bunker googeln, das kann mittlerweile jeder, in dessen Heim mindestens ein 56k-Modem vor sich hin trötet. Doch bevor ich hier einen ganzen Berufsstand verunglimpfe, schnell zurück zum Plot.

Bis dahin hielten wir Frauen unsere Scheren zurück. Einmal war es einer Kollegin passiert, dass ein Kunde sie angezeigt hatte, weil sie ihm den Binder abgesäbelt hatte. Nicht mal ein Küsschen hatte ihn getröstet. 
Rock'n Roll bei Travel-Tünnes! Tanzen diese durch und durch verrückten Hühner doch Altweiber echt mit 'ner Schere an, um Männern damit auf Glockenschlag die Krawatte zu stutzen! Ich dreh durch! Was muss dieser humorlose Kunde auch ausgerechnet an diesem Tag seinen nächsten Fickurlaub in Thailand buchen, selbst Schuld! Allerdings: wenn bei mir eine ausgelassene Reisetante ungefragt eine Zirkumzision durchführte, würde ich wohl auch über eine Klage nachdenken.

Ich hatte Alex auf dem Kieker, unseren Kreuzfahrt-Experten.
Aha! Alex, der alte Schwerenöter, war also der Hahn im Korb. Und Sandra zog offenbar in Betracht, mit ihrer Aida mal sein Kap Horn zu umsegeln. Dieses Luder!
War ich verliebt? 
In den Leichtmatrosen? Schwer vorstellbar. Vielleicht temporär und untenrum, aber so richtig mit Herz? Sandra?

Eigentlich nicht. 
Siehste.

Ich war zu lange Single, seit mein Ex-Verlobter Maik sich in meine Freundin Beate verknallt hatte. 
Oha. Sandra wurde also von Mighty Maik und Bitch Beate das Herz gebrochen. Nicht schön. Wieso allerdings ein langes Single-Dasein den Zustand des Verliebtseins ausschließt, erschließt sich mir nicht so ganz. Nunja, um mich geht es ja auch nicht. Weiter:

Während meine Kollegin Heike sich in der Kölschkneipe mit einem Schwung Matrosen amüsierte, streifte ich, verkleidet als Piratenbraut durch die ausgelassene Menge. 
Während Sandra so streift, geht Gangbang-Heike gleich bei einem ganzen Schwung Matrosen vor Anker. Die Geschichte würde man ja eigentlich viel lieber lesen. Heike, übernehmen sie!!

Auf einmal hielt mich ein Pirat mit Augenmaske auf, umfing mit festem Griff meine Taille. „Tanz mit mir.“ raunter er. 
Augenmaske? Was soll denn das für ein Pirat sein? Augenklappe, meine Liebe, alles andere ist Zorro.

Das war das Leben! 
Waswiewo? In einer rammelvollen Kölschkneipe von einem schlechten Zorro mit Enterhaken angegrapscht zu werden, das ist das Leben? Achso! Hätt' man mir ja auch schon eher sagen können.

Auf meine Frage, wie er hieß, legte er den Finger auf die Lippen. Ein Gentleman-Pirat, sein Lachen eine Wucht. 
Mit seinem schlierigen Klofinger am Mund rumfummeln, ein wahrer Gentlemann. Genau. Aber dieses Lachen! Was schert einen da schon die Campylobater-Enteritis vom nächsten Tag.

Später dann, als wir Hand in Hand dasaßen...
Sicher. Damenhöschen fliegen durch den Saal, wildes Zungenfechten in jeder Ecke und unsere Beiden sitzen da und halten Händchen. Wie ramontisch!

...erkannte ich ihn unter der Maske: Jan, meine Jugendliebe! 
Gibsdochnich! Was für ein Zufall! Gute Freunde kann niemand trennen.

Lang hatte ich ihm nachgetrauert, als er als Hotel-Azubi nach England ging. „Ich feiere jedes jahr Karneval in Köln“, gestand er. „und ich habe seit Jahren Ausschau nach dir gehalten.“ 
Kann ich überhaupt nur jedem empfehlen: wenn man mal wen sucht, den man ewig nicht gesehen hat, dann stürzt man sich am besten in den Karneval und hält unter Clownsmasken, Afroperücken und Zebrakostümen nach ihm Ausschau. Eine ganz sichere Nummer.

„Schon mal was von Telefon gehört?“, spöttelte ich. 
Hihi...schlagfertig, unsere Sandra!

„Hätte es dieselbe Magie?“, fragte er. 
Touché! Zu zweit zwischen Kölschduschen, Kotzlachen und Höhner-Hits – mehr Magie geht eigentlich nicht. Sieht Sandra auch so.

Nein! Wir tanzten, wir lachten und sprachen. Und dann schwiegen wir. 
Warum? Übelkeit? Kopf- und Gliederschmerzen? Schlechtes Gewissen? Oder doch nicht etwa...

Als wir uns küssten, war es wie die wilde See. Immer lockender küssten wir uns, bis wir den kuschlig-warmen Heizungskeller des Bistros erreicht hatten.
Nun. Ich habe wahrlich schon einige Bistros in Köln aufgesucht. Und wenn ich jetzt Rückschlüsse vom gastronomischen Bereich auf den unterirdischen ziehen sollte, dann wäre so ziemlich das Letzte, worauf ich käme, mich mit einem anderen Menschen eben dorthin zu begeben. Es sei denn, ich will ihn umlegen und sicher gehen, dass seine Leiche die nächsten 40 Jahre nicht gefunden wird.

Dort ließen wir unseren Gelüsten freien Lauf. 
Igitt. Aber gut, es ist Karneval, Jan juckt der Krummsäbel und Langzeitsingle Sandra tropft wie ein Kieslaster. Dann muss es eben mal der Heizungskeller sein.

Jan zog mich langsam aus... 
NACKICH IM VERSIFFTEN HEIZUNGSKELLER EINES BISTROS! Sandra...ich bitte dich!

...schob meine Schenkel auseinander, vergrub seinen Mund in meinem Schoß. Ich spürte seinen Dreitagebart kitzeln. 
An dieser Stelle hätte ich persönlich gern eine „die Heizung leckte“-Allegorie gelesen. Doch das würde ja die Romantik des Augenblicks kaputt machen, stimmt schon. Schenkel, Dreitagebart, rrrrr!

„Nimm mich“, keuchte ich. 
Und Jan so „JADOCH! Was glaubst du, warum ich hier unten im Siff knie?!“ Und wieso überhaupt keuchen? Jetzt schon 'ne Lungenentzündung im feuchten Keller? Ich mache mir Sorgen um Sandra.

Er stand auf, hob mich aus der Bewegung heraus hoch. Seine Hände umschlossen meinen Po, ich spürte, wie sich die feste Spitze seiner Männlichkeit an mich drückte, und er mit flachen, heißen Stößen tiefer drang. 
Jan und Sandra beim Kielholen. Na prima. „feste Spitze seiner Männlichkeit“...herrijee, das sind Piraten unter sich! Das kann man doch wohl auch angemessen umschreiben: Mit ordentlich Schwung hievte er mich von Deck! Seine Pranken packten mich Backbord und mit dem harten Knauf seines Dolches enterte er meine Schatztruhe. Oder so.

Unterträglich sexy. 
Sicher.

Irgendwann legte er mir die Hand auf den Mund, sah mich an – 
und sagte: „Scheiße, ich hab mein Auto nicht abgeschlossen.“ oder „Kannst du mal bitte aufhörn zu quietschen wie ne Kombüsentür?“ War's so?

...und glitt mit einem heftigen Ruck ganz hinein. 
Achso. Langweilig.

Entzog sich. 
Ui! Doch nicht!

Und dann wieder dieser Ruck. 
Ach doch.

Er hörte nicht auf, bis Zittern meinen Körper erfasste und ich Jan, dem heimgekehrten Piraten, meine Lust in die Hand stöhnte. 
„*rüüüülps*- 'schuldigung! Das war das viele Kölsch.“

 Ja, so war das. Sandra und Jan sind seitdem ein Paar und legen jedes Jahr an Altweiber eine Blume im schäbbigen Keller der Dönerbude ab. Denn was so schön begann, soll niemals enden. Amen,...Ahoi...äh...ALAAF!!



Mittwoch, 30. Januar 2013

Alles im Griff! – Coda

Letzten Mittwoch stand ich vor Gericht. Ich war als Zeuge im Strafverfahren gegen die Buben geladen, die sich im Juli letzten Jahres räuberisch an mir vergingen. Schon in der Einladung wies das hohe Gericht nachdrücklich darauf hin, dass ich auch unbedingt zu erscheinen hatte. Andernfalls würde ich mit einem Strafgeld von bis zu 1.000 € belegt oder gar mehrere Wochen in Dingenshaft genommen. Nun, wenn man mich so freundlich fragt, dann komm ich natürlich! Allerdings lag doch noch ein kleiner Stein auf meinem Weg in den Zeugenstand: mein Ausweis. Bzw. mein nicht vorhandener Ausweis. Der war irgendwann letztes Jahr abgelaufen und überdies nicht mehr auffindbar. Also kümmerte ich mich rechtzeitig um einen Ersatz. Und rechtzeitig heißt in diesem Fall mal wieder: einen Tag vorher. Da dieser Tag offensichtlich nicht einer meiner stärksten war, blickt mich von meinem neuen Personaldokument nun jemand an, den ich gar nicht kenne. Oder der bereits seit Längerem verschieden ist. Ein blasses Frettchen mit Augenringen und schiefen Haaren. Wunderschön! Wie das so ist, wenn man unter Zeitdruck mal schnell Passbilder anfertigen lässt.

Sei's drum. Jedenfalls schlurfte ich Mittwochmorgen termingerecht und mit einem vorläufigen Ausweis bewaffnet zum Landgericht Köln. NATÜRLICH wollte meinen Ausweis dort niemand sehen, den ich voller Stolz ob meiner Zuverlässigkeit wie einen erbeuteten Schatz vor mich her trug. Stattdessen schickte man mich emotionslos durch irgendwelche Sicherheitsschleusen und parkte mich vor Gerichtssaal 10. Vor dem war schon eine Menge los, es wimmelte von Anwälten, anderen Zeugen - und, wie ich bald feststellte, Tätern. Da warnse, die Jungs, die mich hinterrücks überwältigt und mich kurzzeitig um meinen geliebten iPod erleichtert hatten. Sah'n eigentlich ganz nett aus, aber die Schlechtigkeit steht ja auch nicht jedem ins Gesicht geschrieben, nicht wahr. Die Verhandlung begann, ich wartete draußen brav auf meinen Aufruf. Und während ich wartete, schallte immer wieder der verzweifelte Hilferuf einer Beamtin aus den Lautsprechern, dass sich in Zimmer 148 doch bitte mal ein Dolmetscher für die türkische Sprache einfinden möge. Nach 20 Minuten schien er noch immer nicht gefunden, was mich staunen machte. Hätte ich das auch nur geahnt, hätte ich den Besitzer meines Lieblingsbüdchens gebeten, mich zu begleiten, um in türkischer Sprache vermittelnd tätig zu werden. Gut, wenn man die Qualität unsere nahezu täglichen Austausches zu Grunde legt, wäre auch das holprig geworden. So lange sein Deutsch allerdings deutlich besser ist, als mein Türkisch, halte ich ihn für eine exzellente Wahl. (Man muss dazu sagen, dass mein Lieblingsbüdchenbesitzer nicht nur äußerst nett ist, sondern auch große Freude daran hat, an die tatsächlichen Preise immer ein paar Nullen anzuhängen. "Gutten Morgän, mein Freund! Wie geht? Was macht der Frau? Wieder Zeitunk, 2.400 Euro bittä." Hach!, es sind doch immer die kleinen Dinge im Alltag, die das Leben lebenswert machen.) 

Jedenfalls fiel dann mein Name, ich betrat den Saal. Dem Anlass angemessen hatte ich mich in ein schwarzes Kostüm inkl. Hut aus Hasenhaarvelour mit Straußenkiel geworfen. Wenn man schon mal vor Gericht steht, so dachte ich, dann auch bitte als femme fatale. Man bat mich trotzdem zu Tisch und begann mit der Befragung. Kurz, knackig und ständig die Beine verführerisch übereinander schlagend schilderte ich aus meiner Sicht die Geschehnisse des besagten Abends. Der ganze Prozess drohte zu platzen, als ich angab, zum Zeitpunkt der Tat über ein Barvermögen von 1,20€ verfügt zu haben, waren es laut meines Vernehmungsprotokolls doch 1,30€. Mit den Worten "wie auch immer, es hat sich auf keinen Fall gelohnt" gelang es mir jedoch, den Richter zu beschwichtigen. 

Auf der Anklagebank saßen übrigens nur 2 Spitzbuben. Ich reimte es mir so zusammen, dass es ja in der Verhandlung um die Tat des Raubes ging, also darum, wer mir jetzt genau meinen iPod aus der Hosentasche gezogen hatte. Derjenige, der mich überwältigt und im Würgegriff gehalten hatte, saß sicher gemütlich im Keller beim Waterboarding. Die Anwältin eines der Angeklagten fragte mich, ob denn der iPod wohl auch in Folge der Überwältigung von allein aus der Hosentasche gefallen sein könnte. Dies konnte ich allerdings ausschließen, da ich mich zu keinem Zeitpunkt des Aktes über Kopf befand. Neinnein, das iPödchen, das muss man schon mit voller Absicht aus der Tasche zerren, das fliegt nicht einfach so rum. Ich kann mir vorstellen, dass sie gern gehört hätte "Das mag schon sein, der fällt öfter mal raus." Aber das tut er nun mal nicht, Frau Anwältin. Ob ich denn im Vorfeld der Tat Alkohol getrunken hätte, fragte sie spitzfindig. Worauf ich wahrheitsgemäß mit "Zum Glück, sonst hätte ich mir wohl vor Angst in die Hosen gemacht." antwortete. Wie viel ich denn wohl getrunken hätte, frug sie weiter. 4 bis 5 Bier, log ich. 3 bis 4 weitere Bier und 2 Cherry verschwieg ich, um meine Aussage nicht völlig der Lächerlichkeit preiszugeben. "Kölsch?", fragte sie. "Nein! Natürlich Pils!", sagte ich. Blöde Frage, hätte ich beinahe nachgesetzt, als ob sich jemand bis nachts um Eins an 5 klitzekleinen Kölsch festhalten kann.

Ja, und damit war die Befragung auch schon beendet. Man bat mich, den Zeugenstand zu verlassen. Ich erhob mich und schenkte den Angeklagten ein Lächeln. Keine Ahnung, wieso, aber nach Heulen war mir nicht, und ich bin ja auch gut erzogen. Mögen sie auf den Pfad der Tugend zurückfinden Ob ich denn wohl Arbeitsausfall oder Fahrtkosten erstattet haben wolle, fragte mich der Herr Richter noch. Generös verzichtete ich darauf. Fürs Arbeiten war's noch viel zu früh und wegen nem Bahnticket für 1,60€ wollt ich jetzt nicht den Affen machen. Obwohl...andere überfallen für noch weniger andere Menschen. Is ja albern.

Samstag, 26. Januar 2013

Familienkrach, Episode 3


Heute: Frau Doktor beim Betreten des Jugendzimmers ihres Sohnes: 

„Mir geht gleich der Hut hoch! Hier liegt schon wieder gut ein Dozent alte Socken von dir! Willst du mich promovieren?!“

Donnerstag, 24. Januar 2013

Familienkrach, Episode 2


Diesmal: Beef in göttlich erleuchteter Partnerschaft.

Pfarrerin: „Nie bist du daheim, das geht mir total auf den Rosenkranz!“ Pfarrer: „Nicht jetzt, mein Engel, ich hab's heilig.“ - „Lass mich jetzt stehen und ich tret' dir in die Glocken. Du Christi volle Packung!“ - „Ich bin doch bis zum Abendmal wieder zurück, meingott!“ - „Könnte das letzte sein. Aber freu dich drauf: es gibt Satansbraten!“ - „Witzig.“ - Und wehe, du holst den Märtyrer aus der Garage, fahr gefälligst mit dem Rad!“