Donnerstag, 27. November 2014
Donnerstag, 20. November 2014
Große Erwartungen
Nach fast einem Jahr Blog-Abstinenz gelingt es ausgerechnet einem Kinderbuch, meinen Beißreflex zu wecken. Es is ja so: In der heutigen Zeit ist nur noch selten das drin is, was drauf steht. Irgendwann im Leben kommt man an den Punkt, an dem man erkennt, dass man grundsätzlich überall verarscht wird. Wie früh dieses System allerdings greift, führte mir jüngst ein Besuch beim Zahnarzt vor Augen. Da ich mich aus Verarschungsmüdigkeit und Prinzip von einschlägigen Bumskopfblättern wie spiegelfocusstern fern halte, griff ich zur Überbrückung der Wartezeit zu einem Kinderbuch, nämlich diesem:
Tilly Teddy hat Zahnweh. Das ist natürlich nicht schön. Man fühlt mit, sorgt sich und hofft, dass Tilly möglichst bald wieder schmerzfrei sein möge. Und man ist gespannt, wie das wohl gelingt. Neugierig wirft man einen Blick auf den Rücktitel:
Aha. Tilly Teddy geht also zum Zahnarzt und erfährt dort, warum es denn so wichtig ist, sich die Zähne zu putzen. Das ist aber schön! Es ist ja auch wichtig, dass Kinder, äh...Teddys das möglichst zeitig erfahren und verstehen. Erspart ihnen viel Ärger.
Voller Spannung beginne ich gemeinsam mit Tilly die Reise durchs Buch. Sie beginnt wie erwartet, Tilly hat halt Zahnweh und geht zu nem verdammten Arzt. Dieser wird unserer Tilly nun sicherlich mindestens einen Rat fürs Leben geben, ihr etwas über Zahnstein und Karies erzählen, über Putztechniken, Schwingkopf, Prophylaxe und Pipapo. Auf dass Tillyhase als dental aufgeklärtes Bärchen weiterlebt. Und bitte:
Ja...so weit okay. Jetzt bekommt Mausebärchen sicher einen informativen wie nützlichen Einlauf zum Thema "Tägliche Zahnpflege".
...und das war's. Echt jetz. "Putzt du?" - "Nein." - "Tschüss."
Unfassbar. Kommt nur noch eine Seite, aber da ist Tilly schon längst wieder daheim und malt irgendein blödes Bild, auf dem ein Bär Zähne putzt. DAS IST ALLES!
Da wird einem viel versprochen, und was kommt am Ende raus? NÜSCHTS! Wäre ich nicht 40 und mit Enttäuschungen vertraut, sondern 4 und voller Hoffnung, ich hätte an dieser Stelle das Wartezimmer zusammengeschrien. So aber weinte ich leise in mich hinein und ließ mir 2 Frontzähne ziehen, um endlich mal wieder was zu spüren.
Und Ende.
Freitag, 17. Januar 2014
2013 – Die Abrechnung
Schnell noch, bevor das schon wieder zu spät is: hier meine persönliche Jahresbilanz.
Tätigkeit des Jahres:
ARBEITEN
Album des Jahres: „The
Electric Lady“, Janelle Monáe
Single des Jahres: „Do I
Wanna Know“, Arctic Monkeys
Universalbegriff des Jahres:
Gelöt
Kinofilm des Jahres: k. A., war nur bei „Django Unchained“ – und der war’s nich
Radiosender des Jahres:
Radio 10 Gold „60s & 70s Hits“
Tägliche Freude des Jahres:
Sonos play:3
Investition in die Zukunft
des Jahres: neue Matratzen
Pils des Jahres: Jever
Vollidiot des Jahres, der
seinen iPod Classic innem Mietwagen vergessen hat: ich
Schlauer Fuchs des Jahres,
der sich nen neuen iPod Classic gekauft hat: auch ich
Reaktion auf Radiomeldung
des Jahres: „...Gazastreifen...dieser blöde Gazastreifen. Der verfolgt mich
mein ganzes Leben.“ Die liebreizende Dame des Hauses
Emotionalstes Filmerlebnis
des Jahres: „Detachment“ & „So finster die Nacht“
Verstörenstes Filmerlebnis des Jahres: "Take Shelter"
Larmoyante Hymne des Jahres:
„Life Is Hard“, Edward Sharpe & The Magnetic Zeros
Frühstücksritual des Jahres:
Hirsebrei deluxe
Überraschung des Jahres:
Geheimdienste machen geheime Sachen
Meistfrequentierte Theke des
Jahres: ICE Bistro
Gefühl des Jahres: Strandsandrieseln zwischen den Fingern
A-Capella-Act des Jahres:
„Bohemian Rhapsody“, die Loge in der KGB-Bar
Oh.Mein.Gott! des Jahres:
Game Of Thrones, Staffel 3, Folge 9
Schwindlingsverwandter des Jahres: Shiitake
TV-Hoffnungsschimmer des
Jahres: neoMagazin inkl. Böhmermann
„EINMAL Fresse halten, geht
das?“ des Jahres: Sylvie-Püppi van Meisdingens
Gebürtiger Greifswalder des
Jahres: Toni Kroos (Titel verteidigt. Gegen mich.)
Politiker des Jahres: HA!
Blog des Jahres: 9gag
Absteiger des Jahres: Boris
Becker. Eindeutig.
Kater des Jahres: Entweder
ich hatte ich keinen besonders heftigen oder ich hab mich auf hohem Niveau
eingeschwungen.
Verlogenster und gefährlichster
Kackscheiß des Jahres: Religionen
Steter Quell der Freude des
Jahres: der GFCB (Großer FC Bayern)
Mentale Entspannung des
Jahres: Dinkelbrot backen
Zitat des Jahres: „Most people
are fools, most authority is malignant, god does not exist, and everything is
wrong.“, Ted Nelson
Dienstag, 10. Dezember 2013
Dienstag, 26. November 2013
Montag, 25. November 2013
Sonntag, 24. November 2013
Geknipst.
Heute Morgen mit diesem Stempel am Arm erwacht:
Werde das Geschehen des gestrigen Abends nun zu rekonstruieren versuchen und dann dazu Stellung beziehen. Bis jetzt erinnere ich mich nur an: Bayern hat den BVB gebügelt und es gab Schnaps.
Werde das Geschehen des gestrigen Abends nun zu rekonstruieren versuchen und dann dazu Stellung beziehen. Bis jetzt erinnere ich mich nur an: Bayern hat den BVB gebügelt und es gab Schnaps.
Montag, 18. November 2013
Not funny.
Muss auch ma sein. Vor allem in diesem Fall:
toll gemacht, bewegend und leider (noch immer) sehr wahr.
Montag, 11. November 2013
Geknipst
Der Beweis: ich bin doch nicht der einzige Mensch, der die Frau im Trend liest.
Saß doch neulich eine überzeugte Leserin vor mir im Zuch. Hab ich 'se mal heimlich geknipst.
Und in welcher Rubrik stöbert sie grad?! NA?!
Eat this!
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Anne, der Schal und der Zauberwald
So! Nun wird’s
aber auch mal wieder Zeit. Im Wohnzimmer stapeln sich die „Frau im Trend“ der letzten Monate, die Frau im Haus fragte bereits
mehrfach ungeduldig was denn nun damit wäre und ob die „vielleicht auch mal weg
können“. Können sie natürlich nicht, ist ja pures Blattgold.
Ich beginne
die Aufarbeitung der Rubrik „Warum
Frauen immer eine Spur raffinierter sind“ mit der Geschichte von Anne (39).
Anne behauptet: „Mit einem Schal erklommen wir den
Gipfel der Lust“. Tausend Bilder schießen einem spontan durch den Kopf.
Das heißt eigentlich nur 2:
1.Anne und ihr
Beischlaf-Sherpa ziehen sich splitternackt den Qomolangma hoch, mit einem Schal als Fixseil.
2. Anne
empfindet große Lust daran, ihrem Tünn dabei zuzusehen, wie er mit dem Schal
um den Hals im Kleiderschrank zappelt. Ist ja auch grad schwer im Trend.
Was wird es
werden? Man ist gespannt. Anne fährt fort:
„Spiel
mit mir“, hatte Eric, mein Mann mir gesimst. Als ich „Ja“ antwortete, kam der
Lustbefehl: „Halterlose Strümpfe, schwarze hohe Pumps. Mach Dich schön,
überall...“ Überall?! Wie heiß meine Wangen wurden, als ich darüber nachdachte.
Vor Scham
vermutlich. Der Nachdruck, mit dem Eric sie dazu auffordert, sich ÜBERALL schön
zu machen, lässt darauf schließen, dass Anne sich untenrum in den letzten Jahren
ziemlich hat gehen lassen. Anne, schmeiß den Heckentrimmer an, Eric will
spielen! Und wir wollen ihn danach doch wiederfinden, nicht wahr.
„Und
das nur, weil ich mir zu meinem Geburtstag gewünscht hatte, dass wir mal eine
Woche auf Computer, Fernseher und Internet verzichten sollten.“
Wie
ramontisch! Alle Technik auf Off. Einen richtigen Job können also beide schon
mal nicht haben.
„An
Tag eins hatten wir miteinander gekocht und anschließend las er mir aus einem
erotischen Roman vor.“
Nuja,
sicherlich. Welches Paar macht das nicht. Ich hab mich neulich allerdings mal
vertan und beim Sex aus dem Kochbuch vorgelesen. Muss man nicht noch mal
machen.
„Am
zweiten Tag überraschte ich ihn mit einer Kerze...“
Ui! Ich hoffe
für Eric, es war keine IKEA Stumpenkerze...
„...aus
dessen Wachs Massageöl wurde...“
Achso. Schwein gehabt, Eric.
Es handelt
sich übrigens nicht um einen Fehler meinerseits: Anne schrub tatsächlich „dessen“
anstelle von „deren“. Offensichtlich beinhaltete ihr Geburtstagsgeschenk auch,
dass die Grammatikprüfung bei Word mal ein paar Wochen aus bleibt. Bittesehr.
„ –
und er verwöhnte mich mit einer sehr sinnlichen Busen-Massage. An Abend drei
besuchten wir eine Therme und küssten uns wild unter den tropischen Duschen.“
Als ich das
letzte Mal in einer Therme war, saß neben mir ein kräftiger Mann mittleren
Alters, der sich schnaufend seine Schuppenflechte von der Haut kratzte, wenn er
nicht gerade zwischen seinen Zehen pulte. Ab und zu schaute seine greise Mutter im
Stepp-Bademantel vorbei und meinte, er solle sich auch mal abspülen. Ich bin
dann schon bald nach Hause, habe mich in Teichfolie eingerollt und in den
Schlaf geweint.
„Und
nun gehorchte ich seinem Wunsch. Als ich von der Arbeit nach Hause kam, zog ich
mich bis auf die Pumps und halterlose Strümpfe aus.“
Was ist denn
das für ein Job, hörma? Und während ich „halterlose“ lese, denkt mein Kopf
immer „haltungslose“. Dann sehe ich so Anne in ampferfarbenen Wollsocken mit
ausgeleierten Bündchen. Und dann versteh ich die ganze Erotik schon wieder
nicht. Nunja, mein Problem, Anne lässt sich davon nicht aufhalten.
„Ein
Seidenschal hing über dem Geländer. „Leg ihn um Deinen Hals“, forderte ein
kleiner Zettel.
Ich
träumte prompt davon, wie er mir die Augen verband.“
Wer, der
Zettel?
Frauen kann
man’s auch nie recht machen. Hätte auf dem Zettel gestanden „Verbinde Dir die
Augen“, hätte Anne sich gewünscht, sie solle ihn um den Hals tragen. Jede
Wette!
„Und
meine Knie zitterten bei dem Gedanken, dass er mich schamlos nackt sehen würde,
aber ich ihn nicht.“
Ja, das ist
schon reichlich abgefahren. Hui. Nackt! Er sieht was! Sie nicht! Ich dreh
durch.
„Weder
seinen entschlossenen Blick, noch seine lustvollen Lippen und was seine Hände
als nächstes tun würden.“
Vermutlich
machen die grad ein paar Schnappschüsse von seiner nackten Trulla, die er dann
auf facebook verkauft. Oder er dreht
sich schön Eine und denkt „Wie erbärmlich. Steht die hier nackt in der Diele.
Und morgen wieder Blasenentzündung.“
„Als
ich im ersten Stock durch den dunklen Flur ging, fiel er aus der Dunkelheit
über mich her.“
Wer, der
Zettel?
Achnee, sicher
Eric, der alte Lustfeldwebel.
„Wie
schön du bist“, raunte Eric“
Und Anne muss
ihm glauben, denn sie sieht sich selbst ja nicht. Oder...Moment: Hat sie sich
jetzt eigentlich die Augen verbunden? Nein, das war doch nur ein Tagtraum.
Anne's crazy Fantasien bringen mich völlig durcheinander. Wir halten fest: Anne
ist nackt, trägt einen Seidenschal um den Hals und tapert barfuß durch den
dunklen Flur. Gott, hoffentlich liegt da kein Lego rum! Kann ganz schnell zur Snuff-Nummer
werden das Ganze.
„...als
er sich an mich drückte, meine Hände hinter meinem Po zusammenhielt. Verlangen
in seiner Stimme. Er griff nach dem Schal, trieb mich zum Bett.“
„Hüa, alte Mähre!“
Oder so.
„Dann
schob er mir das dunkle Tuch über die Augen, schlang es mir zweimal um den
Kopf.“
Was ja
reichlich bescheuert aussehen muss, sind wir mal ehrlich. Wie ein verrutschter
Turban.
„Unendlich
erregend wanderte seine Hand über meinen Hals, zwischen meinen Brüsten hindurch
zu meinen Lenden.“
Is das nicht
ein Umweg? Egal. Aber woher will Anne überhaupt wissen, dass es seine Hand ist?
Sie sieht doch nix! Vielleicht zieht Eric ihr auch grad nen toten Fisch über
den Bauch, wer weiß das schon? Aber auch das wäre Anne wohl mittlerweile egal. Sie ist nämlich offiziell on fire.
„Ich
biss mir auf die Unterlippe, als sein heißer Atem meine rasierte Zone traf –
ja, so schön hatte ich mich für ihn gemacht...“
Das war ja
wohl auch so befohlen.
„...sogar
einen Tropfen Parfüm verteilt.“
Schön nen
Viertelliter 4711 auf den frisch gerodeten Annezonas. Hmm...was gibt’s Schöneres?!
„Seine
Lippen tupften feuchte, heiße Küsse über sämtliche glattseidige Stellen.
Glattseidig? Nach
Monaten totaler Finsternis und Wildwuchs?! Anne, Du siehst da unten aus wie ein
frisch gerupfter Gänsehals. Bestenfalls! Wahrscheinlich dominieren Rasurbrand
und blutige Haarwurzeln das Gelände. Ich glaub ja nicht, dass Eric da großartig Freude daran hat.
„Sie
ließen mich stöhnen nach mehr verlangen. Seine Zunge bahnte sich ihren Weg zu
meiner innigsten Lust.“
Meingott,
Anne! Ich kann mich nur wiederholen. Wenn Deine innigste Lust da unten wohnt,
hättest Du ja schon mal ein paar Tage eher die Klinge ansetzen können. Muss
denn das immer ein Jahr dauern!?
„Erst,
als ich fast kam, drückte er meine Schenkel auseinander und drang in einer
einzigen, heftigen Bewegung in mich ein, hielt meine Handgelenke fest ins Laken
gepresst. Solange, bis ich nichts anderes mehr konnte, als mich willenlos
hinzugeben.“
Achhördochauf!
Das konntest Du doch schon nach dem ersten Zettel nicht mehr!
Ich bin
ehrlich: im Gegensatz zu Anne lässt mich die Geschichte unbefriedigt zurück.
Was ist denn nun mit dem Schal? Der hing hier die ganze Zeit wie doof um den Kopp oder was? Also ich weiß nich. Hatte
ja nun zumindest damit gerechnet, dass Anne sich damit an die Balkonbrüstung
fesseln lässt. Oder so. Und überhaupt: von wegen „erklommen wir den Gipfel der
Lust“. Von wir keine Spur. Eric musste sich durch das Schattenbachtal kämpfen. Schätze,
zum nächsten Geburtstag gibt’s wieder ’nen Douglas-Gutschein und ’ne
Telefonkarte. Happy Birthday, Anne! Die nächste bitte!
Montag, 28. Oktober 2013
Donnerstag, 17. Oktober 2013
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